Gacko coal-fired Thermal Power Plant, Bosnia and Herzegovina. 2011 (Photo: D. Zwangsleitner)

Deep Adaptation in Urban Design

Ausgangslage des Projekts ist die Hypothese, dass in Wissenschaft und Gesellschaft die Vulnerabilität urbaner Strukturen gegenüber Risiken, insbesondere der mit der Erderwärmung verbundenen, unterschätzt und ggf. sogar heruntergespielt oder verdrängt wird.

Das 21. Jahrhundert wird radikal anders als das 20. sein. Gewohnte Gewissheiten, Techniken und gesellschaftliche Praktiken werden verschwinden. Unsere Verantwortung und Aufgaben als Architekt*innen und Städtebauer*innen werden sich ebenfalls fundamental ändern.

Auf der Suche nach alternativen und gewissermaßen realistischeren Sichtweisen gerät Jem Bendell’s Konzept der „deep adaptation“ (siehe hier) in den Fokus: Er plädiert dafür, sich auf den Kollaps bestimmter Systeme, die momentan unser Leben ordnen, vorzubereiten – und dies positiv als Chance zur Veränderung zu begreifen.

Diese Veränderung sowie die daraus resultierenden Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind dabei vorrangig nicht technologischer, sondern vor allem auch sozialer, wirtschaftlicher und organisationaler Natur. Zudem sind sie hoch interdependent und allumfassend und bedingen einen systemischen Wandel, tiefgreifende Transformationen und Adaptionen des Handelns. Deshalb geht es nicht darum, technische Lösungen isoliert zu entwickeln, sondern vielmehr die Art wie wir leben, wirtschaften, arbeiten, reisen und interagieren fundamental neu zu denken.

mit Benedikt Boucsein
Professur Urban Design – TU München